Hell Inhalt Newsletter
Blauwassersegler .info Tipps zum Segeln
/
Anzeige Papierfrei Logo Papierfrei Postservice Post digital empfangen. Ihr digitaler Briefkasten. Mehr erfahren →
← Ausbildung & Scheine

Seemeilen sammeln

Redaktion-29.10.2026

Wie man die nötigen Meilen für die höheren Scheine zusammenbekommt.

Worum es geht

Für den Sportküstenschifferschein (SKS), den Sportseeschifferschein (SSS) und den Sportseeschifferschein für Hochsee (SHS) musst du nachweisen, dass du auf Yachten gesegelt bist. Gezählt wird in Seemeilen. Für die Prüfung zum SKS verlangt die Prüfungsordnung 300 Seemeilen auf Yachten, für den SSS 1.000 Seemeilen und für den SHS weitere 1.000 Seemeilen nach dem SSS. Wichtig ist dabei nicht nur die Zahl, sondern auch, was in deinem Nachweis steht. Hier erfährst du, wie du die Meilen sinnvoll sammelst, wie ein gültiger Nachweis aussieht und wie du dabei mehr lernst als nur Strecke.

Was als Meile zählt

Gezählt werden Seemeilen, die du auf einer Yacht auf Seegewässern zurückgelegt hast, also nicht auf dem Binnensee. Die Meilen müssen dir der verantwortliche Schiffsführer bestätigen. In der Bestätigung stehen in der Regel: Name des Schiffes und Typ, Zeitraum, Revier oder Route, zurückgelegte Seemeilen, deine Funktion an Bord (zum Beispiel Crew oder Wachführer) sowie Name, Unterschrift und Befähigungsnachweis des Skippers. Die genauen Vorgaben stehen in den Durchführungsrichtlinien der Prüfungsausschüsse. Sie können sich ändern. Frag deshalb vor dem Törn bei deiner Segelschule oder dem Prüfungsausschuss nach dem aktuellen Formular.

Wege zu deinen Meilen

• Ausbildungstörns bei Segelschulen: Hier lernst du gezielt Manöver, Navigation und Wachdienst, und der Nachweis wird sauber ausgestellt. Teurer, aber am lehrreichsten. • Meilentörns: Längere Schläge, oft über Nacht, mit dem Ziel, in kurzer Zeit viele Meilen zu sammeln. Gut für Nachtfahrt und Wachroutine. • Kojencharter: Du buchst einen Platz auf einer Yacht mit Skipper. Günstiger als ein Ausbildungstörn, die Lernqualität hängt stark vom Skipper ab. • Überführungen: Skipper suchen oft Crew für Überführungen. Viele Meilen in wenigen Tagen, aber auch hartes Segeln. • Mitsegeln bei Freunden und im Verein: Günstig und gesellig. Kläre vorher, ob der Eigner dir die Meilen bestätigen kann und will.

Rechenbeispiel: So kommst du auf 300 Seemeilen

Ein Wochentörn in der westlichen Ostsee mit fünf Segeltagen bringt oft 120 bis 200 Seemeilen, je nach Wetter und Plan. Zwei solche Wochen oder ein Meilentörn von Kiel nach Bornholm und zurück reichen meist für den SKS. Ein typischer Meilentörn über eine Woche mit Nachtschlägen kommt auf 300 bis 500 Seemeilen. Plan lieber etwas Reserve ein: Starkwind, Flaute oder ein Hafentag können die Rechnung schnell verändern.

Mehr lernen als nur Meilen

Die Meilen sind ein Nachweis, dass du Erfahrung gesammelt hast. Nutze die Zeit an Bord: Frag, ob du Hafenmanöver fahren, die Navigation übernehmen oder eine Wache führen darfst. Führe ein eigenes kleines Logbuch mit Datum, Strecke, Wetter und dem, was du gelernt hast. Besonders wertvoll sind Nachtfahrten, Starkwind unter Aufsicht, Ankermanöver und das Einlaufen in fremde Häfen. Genau das prüft später keiner auf dem Papier, aber du brauchst es als Skipper.

Typische Fehler

• Meilen ohne Bestätigung: Lass dir den Nachweis direkt am Ende des Törns unterschreiben. Später ist der Skipper oft schwer zu erreichen. • Falsches Formular oder fehlende Angaben: Prüf vor dem Törn, was im Nachweis stehen muss. • Nur Binnenmeilen: Meilen auf Seen und Flüssen zählen für die Seescheine nicht. • Alle Meilen im selben Revier bei Sonnenschein: Für den Prüfer zählt die Zahl, für dich die Vielfalt. Such dir verschiedene Reviere und Bedingungen.

Checkliste

• Ziel klären: Welcher Schein, wie viele Meilen fehlen noch? • Aktuelles Nachweisformular besorgen • Törnart passend zu Budget und Lernziel wählen • Vor dem Törn mit dem Skipper klären, dass er die Meilen bestätigt • Eigenes Logbuch führen • Nachweis direkt nach dem Törn unterschreiben lassen und kopieren

Unser Tipp

Heb alle Nachweise in einer Mappe auf und scanne sie zusätzlich ein. Du brauchst sie nicht nur für die Prüfung: Auch Vercharterer und Versicherer fragen manchmal nach deiner Erfahrung. Und notier dir nach jedem Törn drei Dinge, die du beim nächsten Mal besser machen willst. So werden aus Meilen echte Seemannschaft.

Mehr aus Ausbildung & Scheine

Briefe fliegen in die Cloud Anzeige Papierfrei LogoPapierfrei Postservice Ihre Post an Bord. Briefe online lesen, egal wo Sie sind: Karibik, Kanaren oder Südsee. Mehr erfahren →
Papierfrei Logo Anzeige Papierfrei Postservice Post digital empfangen. Ihr digitaler Briefkasten. →