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Wassereinbruch: Was tun?

Redaktion-29.10.2026

Leck finden, abdichten, lenzen: Ein Ablaufplan für den Ernstfall.

Worum es geht

Wasser im Boot ist einer der beängstigendsten Momente an Bord. Ursachen können ein gerissener Schlauch, ein defektes Seeventil, eine Grundberührung, eine undichte Wellendichtung oder eine Kollision sein. Wichtig ist, ruhig und systematisch zu handeln. Die meisten Wassereinbrüche lassen sich finden und stoppen. Dieser Beitrag gibt dir einen Ablaufplan für den Ernstfall und zeigt, wie du vorbeugst.

Der Ablaufplan

1. Alarm: Die Crew informieren, Rettungswesten anziehen. 2. Lenzen: Elektrische Lenzpumpe einschalten, manuelle Pumpe besetzen. 3. Leck suchen: Systematisch von den wahrscheinlichsten Stellen aus. 4. Leck stoppen: Seeventil schließen, Schlauch abklemmen, Leckstopfen einsetzen, Leck abdichten. 5. Lage bewerten: Steigt das Wasser trotz Pumpen? Dann früh Hilfe rufen. 6. Notruf: Bei Gefahr Notruf über DSC und UKW absetzen, Rettungsinsel und Notfalltasche bereitstellen. Ein früher Notruf ist kein Versagen. Er kann jederzeit widerrufen werden, wenn sich die Lage beruhigt.

Das Leck finden

• Erst probieren: Ist das Wasser süß oder salzig? Süßwasser deutet auf den Wassertank oder eine Leitung, Salzwasser auf ein Leck nach außen. • Seeventile und Schläuche: Kühlwasser, Toilette, Waschbecken, Cockpitlenzer, Echolot und Logge. • Wellendichtung oder Saildrive-Manschette • Ruderkoker • Rumpf und Kiel nach einer Grundberührung • Fenster, Luken und Durchführungen bei Seegang Gute Beleuchtung mit Stirnlampe und Zugang zu allen Bereichen sind entscheidend. Wer weiß, wo die Seeventile sind, sucht schneller.

Das Leck stoppen

• Seeventil schließen: Bei einem gerissenen Schlauch der schnellste Weg. • Holzkeile oder weiche Leckstopfen in Löcher und offene Durchbrüche schlagen. Sie sollten an jedem Seeventil griffbereit hängen. • Unterwasser-Dichtmasse, die auch nass aushärtet, für Risse und kleine Löcher • Kissen, Segeltuch und Bretter, mit Stützen fixiert, für größere Schäden von innen • Ein Lecksegel, das von außen über das Loch gezogen wird und durch den Wasserdruck dichtet Jede Maßnahme, die den Einstrom verringert, hilft den Pumpen.

Die Pumpenleistung realistisch einschätzen

Ein Loch von wenigen Zentimetern unter der Wasserlinie lässt erstaunlich viel Wasser herein, oft mehr als eine kleine Bilgepumpe schafft. Die Angaben der Hersteller beziehen sich oft auf ideale Bedingungen ohne Förderhöhe. Eine gute manuelle Pumpe, die aus dem Cockpit bedient werden kann, ist unverzichtbar. Ein großer Eimer mit Griff ist das älteste, aber oft wirksamste Hilfsmittel.

Vorbeugen

• Seeventile mindestens einmal pro Saison öffnen und schließen, damit sie nicht festsitzen • Schläuche und Schlauchschellen prüfen, an wichtigen Stellen doppelt sichern • Leckstopfen an jedem Seeventil anbinden • Bilgealarm einbauen, der rechtzeitig warnt • Wellendichtung und Saildrive-Manschette nach Herstellerangaben warten • Eine Übersicht aller Durchbrüche im Rumpf an Bord haben

Typische Fehler

• Panik statt Plan: Der Ablauf hilft, ruhig zu bleiben. • Seeventile sitzen fest: Dann lässt sich ein Leck nicht stoppen. • Notruf zu spät: Hilfe braucht Zeit. • Pumpe ohne Sieb: Schmutz verstopft sie im entscheidenden Moment.

Unser Tipp

Mach mit der Crew einen Rundgang zu allen Seeventilen und Durchbrüchen, bevor die Saison beginnt, mit Taschenlampe und Leckstopfen. Jede Person sollte jedes Ventil im Dunkeln finden und schließen können. Diese halbe Stunde ist die beste Vorbereitung auf einen Wassereinbruch.

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