Rettungswesten für Kinder
Größe, Schrittgurt, Kragen: Woran man eine gute Kinderweste erkennt.
Worum es geht
Für Kinder an Bord ist die Rettungsweste die wichtigste Sicherheitsausrüstung. Eine Weste, die nicht passt, kann im Wasser über den Kopf rutschen oder das Gesicht nicht über Wasser halten. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen: Sie haben einen schwereren Kopf im Verhältnis zum Körper, und viele geraten im Wasser in Panik. Dieser Beitrag zeigt dir, woran du eine gute Kinderweste erkennst, wie du sie richtig anpasst und wie Kinder sie gern tragen.
Feststoff oder automatisch?
• Feststoffwesten haben ihren Auftrieb dauerhaft durch Schaumstoff. Sie funktionieren immer, ohne Technik, sind aber dicker. • Automatikwesten blasen sich bei Wasserkontakt auf. Sie sind schlanker, brauchen aber Wartung und ein Kind, das groß genug für die Bauform ist. Für kleine Kinder empfehlen sich Feststoffwesten mit Kragen, weil sie zuverlässig und wartungsfrei sind. Für ältere Kinder und Jugendliche können Automatikwesten in passender Größe sinnvoll sein. Halte dich an die Gewichts- und Größenangaben des Herstellers.
Auftriebsklassen
Rettungswesten werden nach Auftrieb in Newton eingeteilt: • 50 Newton: Schwimmhilfe für gute Schwimmer in Ufernähe, keine Rettungsweste. • 100 Newton: Für geschützte Gewässer, dreht eine bewusstlose Person nicht in allen Fällen auf den Rücken. • 150 Newton: Für Küsten- und Hochseegewässer, dreht in der Regel in Rückenlage. Für Kinder auf Segelyachten ist eine Weste der Klasse 100 Newton das Minimum, für Küsten- und Hochseetörns die Klasse 150 Newton. Die Angaben gelten jeweils für das Körpergewicht, für das die Weste zugelassen ist.
Woran du eine gute Kinderweste erkennst
• Schrittgurt: Unverzichtbar. Er verhindert, dass die Weste über den Kopf rutscht. • Kragen mit Kopfstütze: Hält den Kopf über Wasser und dreht das Gesicht nach oben. • Passende Größe nach Gewicht: Nicht auf Zuwachs kaufen, eine zu große Weste rutscht. • Griffschlaufe am Kragen: Damit kannst du das Kind aus dem Wasser ziehen. • Signalfarbe, Reflexstreifen und Pfeife • Bequemer Schnitt, der Bewegung zulässt
Richtig anpassen
1. Weste anziehen und alle Verschlüsse schließen. 2. Schrittgurt einstellen, sodass er eng, aber bequem sitzt. 3. Prüfen: Hochziehen an den Schultern. Die Weste darf nicht über Kinn und Ohren rutschen. 4. Im Wasser testen, zum Beispiel im Schwimmbad oder am Strand unter Aufsicht. So siehst du, wie die Weste das Kind dreht. Wiederhole den Test jede Saison, denn Kinder wachsen schnell.
Regeln an Bord
Leg feste Regeln fest und halte dich selbst daran: An Deck immer mit Weste, unterwegs auch im Cockpit. Für kleine Kinder zusätzlich Lifebelt mit kurzer Leine. Ein Relingsnetz verringert das Risiko, über Bord zu gehen. Die Weste wird angezogen, bevor das Kind aus dem Niedergang kommt, nicht erst an Deck.
Damit Kinder die Weste gern tragen
Lass das Kind die Weste mit aussuchen, Farbe und Motiv machen viel aus. Die Erwachsenen tragen ihre Westen genauso selbstverständlich. Übe spielerisch im Wasser, damit das Kind erlebt, dass die Weste trägt. So wird sie zu einem vertrauten Teil der Ausrüstung.
Typische Fehler
• Weste ohne Schrittgurt. • Zu große Weste auf Zuwachs. • Automatikweste ohne Wartung. • Regeln, die nur für Kinder gelten: Kinder machen nach, was Erwachsene tun.
Unser Tipp
Notiere das Datum der letzten Anprobe und Wartung innen auf dem Westenetikett. Und plane bei jedem Saisonstart einen Westentest im Wasser ein. Er dauert zehn Minuten und gibt dir Gewissheit, dass die Weste im Ernstfall hält, was sie verspricht.
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