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Hafenmanöver bei Seitenwind

Redaktion-29.10.2026

Wie man mit Leinen, Springs und Motor auch bei Wind sicher an- und ablegt.

Worum es geht

Seitenwind macht Hafenmanöver zur Herausforderung. Das Boot treibt ab, der Bug fällt ab, und die Lücke zwischen den Pfählen wird plötzlich sehr eng. Mit Planung, den richtigen Leinen und dem Einsatz von Springs bleibt das Manöver aber kontrollierbar. Dieser Beitrag zeigt dir, wie du bei Seitenwind sicher an- und ablegst, sowohl längsseits als auch in der Box.

Vor dem Manöver: planen

1. Wind beurteilen: Woher kommt er, wie stark, ist er böig? Fahne, Wasser und andere Boote helfen. 2. Strom prüfen, besonders in Flüssen und Gezeitenhäfen. 3. Den Platz ansehen: Wo ist Luv, wo Lee? Ist Platz zum Abbrechen? 4. Leinen und Fender vorbereiten, auf beiden Seiten. 5. Die Crew einweisen: Wer nimmt welche Leine, in welcher Reihenfolge? 6. Einen Plan B festlegen: Wann wird abgebrochen?

Das Verhalten des Bootes kennen

Bei wenig Fahrt fällt der Bug fast jedes Segelboots stärker ab als das Heck, weil der Bug mehr Windangriffsfläche hat und der Kiel weiter hinten liegt. Das Boot dreht sich also quer zum Wind. Wer langsam fährt, um vorsichtig zu sein, verliert bei Seitenwind oft die Kontrolle. Etwas mehr Fahrt gibt mehr Ruderwirkung. Wichtig ist auch der Radeffekt des Propellers beim Rückwärtsfahren: Teste vorher, in welche Richtung dein Heck zieht.

Längsseits anlegen

• Wind drückt auf den Steg: Einfach. Parallel zum Steg mit etwas Abstand stoppen und vom Wind hindrücken lassen. Viele Fender auf der Stegseite. • Wind drückt vom Steg weg: Schwieriger. Steil auf den Steg zufahren, zuerst eine Vorspring übergeben und belegen. Mit leicht vorwärts eingekuppeltem Motor und Ruder vom Steg weg dreht die Spring das Heck an den Steg. Dann Vor- und Achterleine belegen. Die Vorspring ist das wichtigste Werkzeug bei ablandigem Wind.

In die Box mit Pfählen

Beim Einfahren in eine Box mit Pfählen bei Seitenwind wird zuerst die Luvseite gesichert. Die Person mit der Leine für den Luvpfahl legt sie über, sobald das Heck oder der Bug den Pfahl passiert, und belegt sie schnell. Dann treibt das Boot nicht mehr zur Leeseite ab. Fahr mit etwas mehr Fahrt ein als bei Windstille und halte die Ruderwirkung, bis die erste Leine fest ist.

Ablegen bei Seitenwind

Wird das Boot an den Steg gedrückt, hilft das Eindampfen in eine Spring: Mit der Achterspring und Rückwärtsgang dreht der Bug vom Steg weg, oder mit der Vorspring und Vorwärtsgang das Heck. Dann wird die Spring losgeworfen und das Boot fährt frei. Bei ablandigem Wind lässt du das Boot einfach vom Steg wegtreiben, nachdem alle Leinen los sind.

Typische Fehler

• Zu langsam: Der Bug fällt ab, das Boot ist nicht mehr steuerbar. • Leinen nicht vorbereitet. • Die Crew springt auf den Steg: Gefährlich. Leinen übergeben oder mit Bootshaken arbeiten. • Kein Abbruchplan: Wer nicht abbricht, wenn es schiefgeht, riskiert Schäden. • Mit der Hand abfendern: Nie zwischen Boot und Steg oder Pfahl greifen.

Unser Tipp

Übe Manöver bei Seitenwind an einem ruhigen Tag mit einem freien Steg oder einer Boje. Probiere aus, wie dein Boot dreht, wie stark der Radeffekt ist und wie die Springs wirken. Wer sein Boot kennt, bleibt auch im vollen Hafen bei Wind gelassen.

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