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Crew-Briefing vor dem Ablegen

Redaktion-29.10.2026

Was jede Person an Bord wissen muss, bevor es losgeht.

Worum es geht

Bevor die Leinen losgeworfen werden, muss jede Person an Bord wissen, was sie tun soll und was im Notfall passiert. Ein Crew-Briefing dauert zehn bis fünfzehn Minuten und ist die beste Investition in Sicherheit und gute Stimmung an Bord. Gerade mit neuer Crew oder Gästen ist es unverzichtbar. Dieser Beitrag zeigt dir, was in ein gutes Briefing gehört und wie du es so gestaltest, dass alle zuhören.

Der Ablauf in Schritten

1. Plan für den Tag: Wohin geht es, wie lange, welches Wetter wird erwartet? 2. Sicherheitsausrüstung: Rettungswesten anpassen und erklären, Lifebelts, Rettungsring, Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Kasten, Rettungsinsel. 3. Notfälle: Was tun bei Mensch über Bord, Feuer, Wassereinbruch? Wer macht was? 4. Funk: Wie wird ein Notruf abgesetzt, falls der Skipper ausfällt? 5. Rollen beim Ablegen: Wer übernimmt welche Leine, welche Fender, wer steuert? 6. Regeln an Bord: Wo darf man sich aufhalten, wann wird eingepickt, wie wird die Toilette benutzt? 7. Fragen: Gibt es Unsicherheiten, Vorerkrankungen, Seekrankheit?

Sicherheitsausrüstung zeigen, nicht nur nennen

Zeig jedem die Ausrüstung an ihrem Platz. Lass jede Person ihre Rettungsweste anziehen und einstellen. Zeig, wie man einen Lifebelt einpickt, wo die Strecktaue verlaufen und wie der Rettungsring geworfen wird. Wer etwas einmal in der Hand hatte, findet es im Notfall schneller. Erkläre auch die Gasanlage, die Seeventile und den Hauptschalter.

Notfälle konkret besprechen

• Mensch über Bord: Laut rufen, auf die Person zeigen und nicht aus den Augen lassen, Rettungsmittel werfen, MOB-Taste drücken. • Feuer: Feuerlöscher und Löschdecke, Gas schließen, Treibstoff abstellen. • Wassereinbruch: Lenzpumpen, Seeventile, Leckstopfen. • Skipper fällt aus: Wer übernimmt? Wie wird der Motor gestartet, wie wird gefunkt, wie wird das Boot gestoppt? Verteile Rollen, besonders den Ausguck bei Mensch über Bord.

Rollen beim Ablegen und Anlegen

Besprich das Manöver vorher genau: Welche Leine wird zuerst losgeworfen, wer hält die Spring, wer bedient die Fender, wie wird kommuniziert? Leg Handzeichen fest, falls der Motor oder Wind zu laut ist. Klare Absprachen verhindern Hektik und gefährliche Situationen mit Händen zwischen Boot und Steg.

Für Gäste und Kinder

Gäste ohne Segelerfahrung brauchen einfache, klare Regeln: Eine Hand für dich, eine für das Boot. Nie zwischen Boot und Steg greifen. Bei Bewegungen des Baums Kopf runter. Kinder brauchen altersgerechte Erklärungen und feste Regeln zur Rettungsweste. Mehr dazu im Beitrag „Sicherheitseinweisung für Gäste“.

Typische Fehler

• Briefing weglassen, weil alle schon mal gesegelt sind: Jedes Boot ist anders. • Nur reden, nichts zeigen. • Zu lang und zu theoretisch: Wichtiges geht unter. • Kein zweiter Verantwortlicher für den Fall, dass der Skipper ausfällt.

Unser Tipp

Schreib das Briefing als Liste auf eine laminierte Karte und hänge sie neben den Niedergang. So vergisst du nichts, und die Crew kann später nachlesen. Wiederhole das Briefing kurz an jedem Morgen eines längeren Törns, besonders vor Nachtfahrten und schlechtem Wetter.

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