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Telemedizin unterwegs

Redaktion-29.10.2026

Wie ärztliche Beratung per Funk, Telefon und Satellit funktioniert.

Worum es geht

Auf See oder in einer abgelegenen Bucht ist die nächste Arztpraxis oft Tage entfernt. Trotzdem musst du bei Verletzungen und Krankheiten nicht allein entscheiden. Über Funk, Telefon und Satellit kannst du ärztlichen Rat einholen. Damit das im Notfall klappt, musst du vorher wissen, wen du erreichst, welche Technik du brauchst und welche Informationen der Arzt von dir will. Dieser Beitrag zeigt dir, wie du Telemedizin an Bord vorbereitest und richtig nutzt.

Wer hilft im Notfall?

• Seenotleitstellen (MRCC): Bei akuter Lebensgefahr ist immer die zuständige Seenotleitstelle der erste Kontakt, über UKW-Kanal 16, DSC-Notruf oder Satellitentelefon. Sie koordinieren Rettung und vermitteln ärztliche Beratung. Für deutsche Gewässer ist das die Seenotleitung Bremen. • Funkärztliche Beratungsdienste: Viele Küstenstaaten haben Dienste, die Schiffe kostenlos ärztlich beraten. Den Kontakt stellt meist die Seenotleitstelle her. • Kommerzielle Telemedizin-Dienste: Gegen Gebühr oder Abo erreichst du rund um die Uhr Ärzte, die auf Medizin an Bord spezialisiert sind. Manche stellen auch eine passende Bordapotheke zusammen. • Hausarzt und Fachärzte: Für Fragen zu Dauermedikation und Vorerkrankungen hilft ein Arzt, der dich kennt. Kläre vor der Reise, ob und wie er erreichbar ist.

Die Technik

In Küstennähe reicht oft das Mobilfunknetz. Auf hoher See brauchst du UKW für die Nähe oder eine Satellitenverbindung für weite Strecken. Ein Satellitentelefon oder ein Satelliten-Internetzugang erlaubt Gespräche, Nachrichten und das Senden von Fotos. Gerade Bilder von Wunden oder Hautausschlägen helfen dem Arzt sehr. Prüfe vor der Reise, dass die Technik funktioniert, das Guthaben reicht und die wichtigsten Nummern gespeichert sind.

Was der Arzt wissen will

Bereite ein Formular vor, das du im Notfall ausfüllst. So vergisst du nichts: • Position, Wetter, Zeit bis zum nächsten Hafen • Alter, Geschlecht, Gewicht und Vorerkrankungen der Person • Was ist passiert und seit wann? • Puls, Atmung, Temperatur, Blutdruck wenn möglich, Bewusstseinszustand • Schmerzen: wo, wie stark, wie verändert • Welche Medikamente wurden schon gegeben? • Welche Medikamente und Ausrüstung sind an Bord? Halte die Liste deiner Bordapotheke mit Wirkstoffen und Mengen bereit.

Die Bordapotheke darauf abstimmen

Telemedizin funktioniert nur, wenn du das umsetzen kannst, was der Arzt rät. Stimme deine Bordapotheke deshalb mit einem Arzt ab, der dein Revier und die Länge der Reise kennt. Viele verschreibungspflichtige Mittel bekommst du nur mit Rezept. Nummeriere die Medikamente und führe eine Liste, damit du am Telefon schnell sagen kannst: Nummer 12, zwei Tabletten. Ergänze ein Blutdruckmessgerät, ein Fieberthermometer und gegebenenfalls ein Pulsoximeter.

Vor der Reise üben

Mach einen Erste-Hilfe-Kurs, der Situationen auf See behandelt. Übe mit deiner Crew, wie ein Notruf und ein Beratungsgespräch ablaufen, wer die Daten sammelt und wer funkt. Schreib wichtige Telefonnummern und Abläufe auf eine Karte, die neben Funkgerät und Satellitentelefon hängt.

Typische Fehler

• Zu lange warten: Lieber früh anrufen als zu spät. Ein Gespräch kostet wenig. • Ohne Daten anrufen: Ohne Puls, Temperatur und Medikamentenliste kann der Arzt wenig raten. • Bordapotheke ohne Liste: Im Stress findest du nichts. • Technik nicht getestet: Ein Satellitentelefon ohne Guthaben hilft nicht.

Unser Tipp

Leg einen wasserdichten Notfallordner an: mit dem Formular für ärztliche Beratung, der Medikamentenliste, Kopien der Krankenversicherungskarten und den Vorerkrankungen jeder Person an Bord. Gib jedem an Bord vor dem Törn die Gelegenheit, Allergien und Medikamente einzutragen.

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