Erste-Hilfe-Kurs für Segler
Was ein Kurs speziell für den Notfall auf See vermittelt.
Worum es geht
An Land ist der Rettungsdienst meist in wenigen Minuten da. Auf See kann es Stunden oder Tage dauern. Deshalb musst du an Bord mehr können als die Grundlagen aus dem Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein. Ein Kurs speziell für Segler bereitet dich auf typische Verletzungen und Notfälle an Bord vor und zeigt dir, wie du eine Person bis zur ärztlichen Versorgung stabil hältst. Dieser Beitrag erklärt, was solche Kurse vermitteln und wie du dein Wissen frisch hältst.
Was ein Kurs für Segler vermittelt
• Grundlagen: Bewusstlosigkeit, Wiederbelebung, Atemwege, Blutungen stillen • Typische Verletzungen an Bord: Platzwunden durch den Baum, Verbrennungen in der Pantry, Quetschungen an Winschen, Brüche bei Stürzen, Fischhaken • Notfälle auf See: Unterkühlung nach einem Sturz ins Wasser, Ertrinkungsunfälle, Seekrankheit mit Austrocknung, Hitzschlag • Medizinische Notfälle: Herzinfarkt, Schlaganfall, allergische Reaktionen, Blinddarmentzündung • Versorgung über längere Zeit: Wundversorgung, Schienen, Schmerzmittel, Überwachung • Telemedizin: Wie du ärztliche Hilfe über Funk oder Satellit holst und was du dabei berichten musst
Welcher Kurs für wen?
• Für Küstensegler: Ein Grundkurs Erste Hilfe plus ein Tageskurs mit Themen rund ums Wasser reicht meist. • Für Langfahrt und Hochsee: Ein mehrtägiger Kurs zur Medizin auf See, der Wundversorgung, Medikamente und längere Betreuung behandelt. • Für Familien: Ein Kurs mit Notfällen bei Kindern. Achte darauf, dass der Kurs praktisch geübt wird, nicht nur Theorie. Gut sind Kurse, die von Ärzten, Notfallsanitätern oder Ausbildern mit Erfahrung auf See gegeben werden.
Die Bordapotheke im Kurs besprechen
Ein guter Kurs hilft dir, deine Bordapotheke zusammenzustellen und zu verstehen. Lerne, welches Medikament wofür ist, wie es dosiert wird und welche Nebenwirkungen es hat. Viele Kurse bieten an, dass du deine eigene Bordapotheke mitbringst. Lass dir vom Arzt Rezepte für die verschreibungspflichtigen Mittel geben, die für dein Revier und die Länge deiner Reise sinnvoll sind.
Wissen frisch halten
Erste-Hilfe-Wissen verblasst schnell. Wiederhole den Kurs regelmäßig, etwa alle zwei Jahre. Übe an Bord mit der Crew: Wo liegt die Erste-Hilfe-Ausrüstung? Wer ruft Hilfe? Wie wird eine verletzte Person unter Deck gebracht? Kleine Übungen zu Saisonbeginn kosten wenig Zeit und geben Sicherheit.
Die Crew einbeziehen
Der Skipper ist oft die Person, die im Notfall die meisten Aufgaben hat. Was, wenn der Skipper selbst verletzt ist? Deshalb sollte mindestens eine weitere Person an Bord Erste Hilfe beherrschen. Erkläre jeder neuen Crew in der Sicherheitseinweisung, wo das Material liegt und wie ein Notruf abgesetzt wird.
Typische Fehler
• Nur den Führerschein-Kurs vor Jahren gemacht. • Bordapotheke ohne Kenntnis der Inhalte. • Keine zweite Person mit Erste-Hilfe-Wissen. • Notruf nicht geübt.
Checkliste
• Erste-Hilfe-Kurs mit Bezug zum Wasser absolviert • Bordapotheke mit Arzt abgestimmt, mit Liste • Notfallnummern und Ablauf für Telemedizin an Bord • Mindestens zwei Personen mit Erste-Hilfe-Kenntnissen • Übung zu Saisonbeginn
Unser Tipp
Mach den Kurs gemeinsam mit deiner festen Crew oder Familie. So lernt ihr nicht nur die Technik, sondern auch, wer im Ernstfall welche Rolle übernimmt. Und lege ein kurzes Notfallblatt in die Bordapotheke, auf dem die wichtigsten Schritte stehen. Im Stress hilft ein Zettel mehr als die Erinnerung.
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