Durch die Stockholmer Schären
Tausende Inseln, Felsen und Naturhäfen: Tipps für die Navigation.
Worum es geht
Der Schärengarten vor Stockholm besteht aus zehntausenden Inseln, Felsen und Schären. Er ist eines der schönsten Segelreviere Nordeuropas: geschützte Wasserstraßen, Naturhäfen, in denen du an Felsen festmachst, und lange Sommerabende. Die Navigation zwischen Felsen und Untiefen verlangt allerdings Aufmerksamkeit. Dieser Beitrag zeigt dir, wie du dich im Labyrinth zurechtfindest, wie das Festmachen an Felsen funktioniert und welche Regeln gelten.
Seekarten und Navigation
In den Schären sind gute, detaillierte Seekarten Pflicht. Schweden hat ein gut ausgebautes System an betonnten Fahrwassern und Leitlinien. Die Seekarten zeigen empfohlene Routen für Sportboote. Plotter und Apps helfen, aber Felsen liegen oft knapp unter der Wasseroberfläche, und manche Untiefen sind in elektronischen Karten bei zu kleinem Maßstab nicht sichtbar. Zoome immer weit hinein und gleiche die Position mit Landmarken ab. Wer das Fahrwasser verlässt, fährt langsam und mit einer Person am Bug.
Festmachen an Felsen
Das typische Festmachen in den Schären: mit dem Bug an den Felsen, Heckanker achtern. So geht es: 1. Einen geeigneten Felsen suchen, an dem das Wasser tief genug ist. Mit Echolot langsam heranfahren. 2. Etwa drei bis vier Bootslängen vorher den Heckanker fallen lassen und Leine stecken. 3. Eine Person springt mit der Bugleine an Land und macht an einem Felshaken, einem Baum oder einem Felsnagel fest. 4. Heckanker dichtholen, sodass das Boot frei vom Felsen liegt. Felshaken und Bergkeile gehören an Bord. Prüfe, ob die Windrichtung für die Nacht passt.
Allemansrätten und Regeln
In Schweden gilt das Jedermannsrecht. Es erlaubt dir, die Natur zu nutzen, auch Privatgrund zu betreten oder eine Nacht vor Anker zu liegen, solange du Rücksicht nimmst. Nicht erlaubt ist, in der Nähe von Wohnhäusern zu ankern oder festzumachen, Bäume zu beschädigen oder Müll zu hinterlassen. In Naturschutzgebieten und Vogelschutzgebieten gelten besondere Regeln, manchmal mit Betretungsverboten in der Brutzeit. Achte auf Schilder und Einträge in der Seekarte.
Wetter und Saison
Die Hauptsaison ist von Ende Juni bis Mitte August. Im Juli ist Ferienzeit in Schweden, dann sind beliebte Plätze voll. Juni und August sind oft ruhiger. Das Wetter ist meist mild, aber Fronten können Starkwind bringen. In den inneren Schären bist du gut geschützt, in den äußeren Schären wird es rauer.
Versorgung
In den Schären gibt es Gästehäfen mit Strom, Wasser und Sanitär, oft mit kleinen Läden. Viele Inseln sind über Fähren erreichbar, und es gibt Tankstellen für Boote. Plane Versorgungsstopps ein, denn auf kleinen Inseln gibt es oft nichts zu kaufen. Alkohol bekommst du in Schweden nur in staatlichen Läden, nicht im Supermarkt.
Typische Fehler
• Zu schnell in unbekanntem Gewässer fahren. • Den Heckanker nicht weit genug ausbringen: Dann treibt das Boot gegen den Felsen. • Plotter blind vertrauen. • Bei Winddrehung am Felsen bleiben: Wenn der Wind auf den Felsen dreht, verleg dich rechtzeitig.
Unser Tipp
Starte in den inneren Schären, wo es geschützt und die Navigation einfacher ist, und taste dich nach außen vor. Und bleib einmal eine Nacht an einem Felsen ganz für dich allein. Ein Abend mit Mitternachtssonne und Stille ist der Grund, warum Segler aus aller Welt in die Schären kommen.
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