Die Balearen mit dem eigenen Boot
Ankerbojen, Schutzgebiete und Buchten auf Mallorca, Menorca und Ibiza.
Worum es geht
Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera sind eines der beliebtesten Segelreviere im westlichen Mittelmeer. Glasklares Wasser, Buchten mit Sandgrund und gute Häfen ziehen jeden Sommer viele Boote an. Gleichzeitig sind die Inseln stark geschützt: Seegraswiesen, Nationalparks und Bojenfelder regeln, wo und wie du ankern darfst. Dieser Beitrag hilft dir, die Regeln zu verstehen, gute Plätze zu finden und Ärger mit Behörden zu vermeiden.
Die beste Reisezeit
Die Hauptsaison ist Juli und August. Dann sind Häfen und Buchten voll und teuer. Mai, Juni und September sind für viele die schönsten Monate: angenehme Temperaturen, weniger Boote, oft gutes Segelwetter. Im Frühjahr und Herbst kann der Tramontana aus Nord kräftig wehen, besonders an der Nordküste von Menorca und Mallorca. Im Sommer sorgt der Seewind tagsüber für angenehmen Wind, nachts ist es oft ruhig.
Seegras schützen: die wichtigste Regel
Die Seegraswiesen aus Posidonia sind die Kinderstube des Mittelmeers und halten das Wasser klar. Auf den Balearen ist das Ankern auf Posidonia verboten, und es wird kontrolliert. Hohe Bußgelder sind möglich. So ankerst du richtig: • Ankere nur auf hellem Sandgrund. Seegras erkennst du als dunkle Flecken. • Prüfe den Grund vorher mit Taucherbrille, mit Kamera oder im Zweifel mit einem Blick von oben. • Achte darauf, dass auch die Kette beim Schwojen nicht über das Seegras schleift. • Nutze Seekarten und Apps, die Seegrasflächen zeigen. • Wenn Kontrolleure dich ansprechen, verleg dich ohne Diskussion.
Bojenfelder und Schutzgebiete
In vielen Buchten gibt es in der Saison Bojenfelder, die du vorher online reservieren musst. Sie schützen den Meeresboden und geben dir einen sicheren Platz. Die Plätze sind im Sommer schnell vergeben, plane deshalb früh. Für den Nationalpark Cabrera südlich von Mallorca brauchst du vorab eine Genehmigung. Die Zahl der Boote ist begrenzt, Ankern ist dort nicht erlaubt, nur Bojen. Informiere dich vor der Reise auf den offiziellen Seiten der Balearen-Regierung und der Nationalparkverwaltung über aktuelle Regeln.
Häfen und Kosten
Die Häfen auf den Balearen gehören zu den teuersten im Mittelmeer, vor allem im Hochsommer. Rechne mit hohen Preisen pro Nacht, die sich nach Bootslänge und Saison richten. Reserviere im Juli und August immer vorher. Staatliche und kommunale Häfen sind oft günstiger als private Marinas, aber sehr gefragt. Für Wasser, Diesel und Einkauf eignen sich die großen Häfen wie Palma, Mahón, Ciutadella, Ibiza-Stadt und Alcúdia.
Routenidee
• Mallorca rund: Je nach Wetter in sieben bis zehn Tagen. Die Südküste bietet viele Buchten, die Nordküste ist steil und bei Nordwind kein Ort für die Nacht. • Menorca: ruhiger und naturbelassener. Die Südküste hat viele kleine Calas, der Norden ist rauer. • Ibiza und Formentera: türkises Wasser über Sand, im Sommer sehr voll. Achte auch hier streng auf Posidonia. Zwischen Mallorca und Menorca liegen rund 25 Seemeilen, zwischen Mallorca und Ibiza etwa 45 bis 60 Seemeilen. Plane diese Schläge bei gutem Wetter.
Typische Fehler
• Auf Seegras ankern: teuer und schädlich. • Nachts in einer offenen Bucht bleiben, obwohl Wind gedreht hat: Schwell kann jede Bucht ungemütlich machen. Prüf vor der Nacht die Vorhersage. • Keine Reservierung im Hochsommer: Dann bleibt nur die Suche in letzter Minute. • Zu nah an Badezonen: In vielen Buchten sind Badebereiche mit Bojen abgegrenzt, dort ist Fahren verboten.
Unser Tipp
Segle in der Vor- oder Nachsaison und steh früh auf. Wer morgens um acht die Bucht anläuft, hat freie Wahl auf dem Sandgrund. Wer um sechzehn Uhr kommt, sucht zwischen hundert anderen Booten und dunklen Seegrasflächen nach einem Platz.
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