Die Grenadinen
Kurze Schläge, türkises Wasser und Ankerplätze zwischen den Inseln.
Worum es geht
Die Grenadinen sind eine Kette kleiner Inseln zwischen St. Vincent im Norden und Grenada im Süden. Die nördlichen Inseln wie Bequia, Mustique, Canouan, Mayreau und Union Island gehören zu St. Vincent und den Grenadinen, die südlichen wie Carriacou und Petite Martinique zu Grenada. Die Schläge sind kurz, das Wasser ist klar, der Passat weht zuverlässig. Für viele ist das Revier der Inbegriff von Karibiksegeln. Dieser Beitrag hilft dir, eine Route zu planen, die Regeln zu verstehen und die typischen Stolperfallen zu umgehen.
Wann du am besten segelst
Die beste Zeit ist die Trockenzeit, ungefähr von Dezember bis Mai. Dann weht der Passat meist mit 15 bis 25 Knoten aus Ost bis Nordost. Im Dezember und Januar bringen sogenannte Christmas Winds manchmal tagelang kräftigeren Wind. Von Juni bis November ist Hurrikan-Saison. Die Grenadinen liegen am Südrand des Hurrikan-Gürtels, sind aber nicht sicher davor. Viele Versicherungen haben für diese Zeit eigene Regeln.
Routenidee für zwei Wochen
Eine bewährte Richtung ist von Norden nach Süden, also mit dem Wind schräg von achtern: • St. Vincent oder Bequia: Admiralty Bay auf Bequia ist ein guter Startpunkt mit Einklarierung, Einkauf und Wasser. • Mustique und Canouan: kurze Schläge, ruhige Buchten, auf Mustique gelten eigene Regeln für Besucher. • Tobago Cays: das Herz der Grenadinen, ein Meeresschutzgebiet mit Riffen und Schildkröten. Hier wird eine Parkgebühr erhoben. • Mayreau und Union Island: Salt Whistle Bay und Clifton, auf Union Island klarierst du aus, wenn du nach Grenada weiterwillst. • Carriacou und Grenada: In Hillsborough auf Carriacou klarierst du für Grenada ein. Zurück nach Norden geht es meist hoch am Wind. Plane dafür mehr Zeit und kürzere Schläge ein.
Einklarieren zwischen zwei Ländern
Die Grenadinen sind zwei Länder. Wer von Union Island nach Carriacou segelt, muss in St. Vincent und den Grenadinen ausklarieren und in Grenada einklarieren. Halte die Papiere aus dem Beitrag „Einklarieren in der Karibik“ bereit. Die Büros haben feste Öffnungszeiten, außerhalb davon und am Wochenende kostet es Zuschläge. Charteryachten bekommen die nötigen Papiere meist von der Basis, die Regeln gelten trotzdem auch für sie.
Ankern und Schutzgebiete
In den Grenadinen ankerst du oft auf Sand, aber auch in der Nähe von Korallen und Seegras. Lass den Anker nie auf Korallen fallen, das ist verboten und zerstört das Riff. In den Tobago Cays und anderen Schutzgebieten gibt es Bojen. Nutze sie, wenn sie frei und in gutem Zustand sind, und prüf die Leine selbst. Fahr in Riffnähe nur bei guter Sonne von oben, damit du Untiefen am Wasserfarbton erkennst: Dunkelblau ist tief, Türkis ist flach, Braun ist Riff. Eine Person am Bug, mit polarisierender Sonnenbrille, hilft enorm.
Boat Boys und Versorgung
In vielen Buchten kommen Einheimische mit kleinen Booten längsseits und bieten Obst, Fisch, Brot, Bojen oder Müllentsorgung an. Das ist Teil des Reviers und für viele ein wichtiges Einkommen. Kläre den Preis vorher, bleib freundlich, sag klar nein, wenn du nichts brauchst. Wasser, Diesel und größere Einkäufe gibt es vor allem auf Bequia, Union Island, Carriacou und Grenada. Auf den kleinen Inseln ist das Angebot begrenzt, plane deinen Proviant entsprechend.
Typische Fehler
• Zu spät in eine Bucht einlaufen: Die Sonne geht in den Tropen früh und schnell unter, Riffe siehst du danach nicht mehr. • Den Schwell unterschätzen: Viele Ankerplätze liegen an der Leeseite, trotzdem kann Schwell um die Inselspitzen laufen. Eine Heckleine oder ein Ankerplatz weiter innen hilft. • Das Dinghy ungesichert lassen: Dinghy und Motor nachts hochziehen oder anschließen. • Die Strömung zwischen den Inseln vergessen: Sie kann deutlich sein und versetzt dich bei Kreuzschlägen.
Unser Tipp
Lass dir Zeit. Die Grenadinen sind klein, und die Versuchung ist groß, jeden Tag eine neue Bucht anzulaufen. Bleib lieber zwei oder drei Nächte an den schönsten Plätzen, schnorchle früh am Morgen, bevor die Tagesgäste kommen, und segle die kurzen Strecken mit Muße. So erlebst du das Revier statt es nur abzuhaken.
Mehr aus Karibik