Übergabe-Check bei der Charter
Mit dieser Checkliste vermeidest du Streit um die Kaution.
Worum es geht
Bei der Übergabe einer Charteryacht unterschreibst du, dass das Boot vollständig und in Ordnung ist. Alles, was du dabei übersiehst, kann dir bei der Rückgabe zur Last gelegt werden. Dann geht es um deine Kaution. Ein gründlicher Check dauert ein bis zwei Stunden und ist die beste Versicherung gegen Streit. Hier findest du die Reihenfolge, die sich bewährt hat, und eine Checkliste zum Abhaken.
Vorbereitung vor dem Termin
• Lies den Chartervertrag und die Bedingungen zur Kaution, bevor du an der Basis bist. • Kläre, ob du eine Kautionsversicherung oder eine Skipperhaftpflicht abschließen willst. Beides musst du meist vor Reiseantritt erledigen. • Nimm dir für die Übergabe Zeit und plane sie nicht direkt nach einer langen Anreise. • Verteil die Aufgaben: Eine Person prüft das Deck, eine den Innenraum, eine die Inventarliste. • Halte das Handy für Fotos und Videos bereit.
Rumpf, Deck und Rigg
Geh einmal komplett um das Boot. Fotografiere Kratzer, Macken und Gelcoat-Schäden, am besten mit einem Gegenstand im Bild, der die Größe zeigt. Schau dir den Bugbereich und die Badeplattform genau an, dort sind Schäden häufig. Prüf an Deck Relingsdrähte, Relingsstützen, Klampen, Winschen und Fallen. Lass dir das Großsegel und die Genua zeigen: Lassen sie sich setzen, reffen und bergen? Gibt es Risse oder lose Nähte? Wenn möglich, wirf einen Blick auf den Mast und die Wantenspanner.
Unter Deck und Technik
• Motor: Ölstand, Kühlwasser, Keilriemen, Ölspuren unter dem Motor. Lass den Motor starten und prüf, ob Kühlwasser aus dem Auspuff kommt. • Bilge: trocken? Lenzpumpe elektrisch und manuell testen. • Elektrik: Batteriestand, Lichter, Navigationsbeleuchtung, Kühlschrank, Instrumente, Plotter, UKW-Funk. • Wasser und Gas: Pumpen, Wasserhähne, Herd, Gasabsperrventil, Gasmelder. • Toiletten: Funktion, Ventile, Fäkalientank und dessen Absaugung. • Tankstand: Diesel und Wasser notieren oder fotografieren.
Sicherheitsausrüstung
Zähle die Rettungswesten und prüf, ob sie zu deiner Crew passen. Frag nach Kinderwesten, wenn Kinder mitsegeln. Kontrolliere das Prüfdatum der Rettungsinsel, den Feuerlöscher, die Löschdecke, Signalmittel, Erste-Hilfe-Kasten, Lifebelts, Lampen und die Notpinne. Lass dir zeigen, wo Seeventile, Notpinne, Gasabsperrung und Hauptschalter sind. Das brauchst du im Ernstfall schnell.
Inventar und Beiboot
Arbeite die Inventarliste Punkt für Punkt durch: Festmacher, Fender, Bootshaken, Anker und Kette, Ankerwinde mit Fernbedienung, Pantry-Ausstattung, Schlüssel, Werkzeug. Das Dinghy wird gern übersehen: Prüfe es auf Luftverlust und Flicken, lass dir den Außenborder zeigen und starten. Notiere fehlende oder kaputte Teile auf der Liste und lass sie von der Basis abzeichnen.
Bei Mängeln richtig handeln
Alles, was fehlt oder defekt ist, gehört schriftlich auf das Übergabeprotokoll, bevor du unterschreibst. Bitte die Basis, sicherheitsrelevante Mängel vor dem Ablegen zu beheben. Kleinere Mängel reichen als Vermerk. Unterschreibe nichts, was nicht stimmt, und mach Fotos von allem, was du vermerkst. Bleib dabei freundlich, aber bestimmt. Die Basis hat selbst ein Interesse daran, dass das Boot in Ordnung ist.
Bei der Rückgabe
Tank das Boot wie vereinbart auf, räum auf und melde Schäden selbst, bevor sie gefunden werden. Offenheit schafft Vertrauen. Begleite die Rückgabe und hab deine Fotos von der Übergabe parat. Lass dir die Rückgabe und den Zustand der Kaution schriftlich bestätigen.
Unser Tipp
Dreh bei der Übergabe ein langsames Video einmal rund um das Boot und durch alle Räume, mit Datum. Das dauert fünf Minuten und beendet die meisten Diskussionen über alte Kratzer, bevor sie beginnen.
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