Im Wasser überwintern: Schnee und Eis im Griff
Leinen, Fender, Lenzpumpe und Schneelast: So kommt das Boot im Hafen durch den Winter.
Worum es geht
Bleibt das Boot über den Winter im Wasser, sparst du Krankosten und bist im Frühjahr schneller auf dem Wasser. Dafür arbeiten Frost, Schnee, Eis und Herbststürme den ganzen Winter an Rumpf, Leinen und Deck. Ein Boot, das unbeaufsichtigt im Hafen liegt, kann bei einem Sturm, einer verstopften Lenzpumpe oder unter einer Schneelast schwer beschädigt werden. Dieser Beitrag zeigt dir, wie du dein Boot im Wasser sicher durch den Winter bringst.
Die Festmacher
• Doppelte Festmacher an allen wichtigen Punkten, jeweils einzeln belegt • Ruckdämpfer, um Stöße bei Sturm und Wellen abzufangen • Scheuerschutz an allen Stellen, an denen Leinen über Kanten laufen • Leinen so lang, dass das Boot bei Wasserstandsänderungen mitgehen kann, besonders an Steganlagen ohne Schwimmstege • Genug Fender, gut befestigt Kontrolliere die Leinen nach jedem Sturm. Leinen scheuern über den Winter stärker durch, als man denkt.
Lenzpumpe und Strom
Eine automatische Lenzpumpe mit Schwimmerschalter ist Pflicht. Sie muss zuverlässig funktionieren und von einer Batterie versorgt werden, die über den Winter geladen bleibt, am besten mit Landstrom und Erhaltungsladung oder einer kleinen Solaranlage. Prüfe vor dem Winter, dass der Schwimmerschalter frei beweglich ist und der Ausgang nicht verstopft. Ein Bilgealarm, der dich per Telefon oder Nachricht informiert, ist eine gute Ergänzung.
Frostschutz
• Motorkühlung: Kühlkreislauf mit Frostschutzmittel füllen. Beim Seewasserkreislauf die Pumpe ausbauen oder frostsicher machen, Seeventil schließen. • Wassersystem: Tanks, Leitungen, Pumpe und Boiler entleeren oder mit trinkwassertauglichem Frostschutz füllen. • Toilette: Leeren, spülen und mit Frostschutz versehen. • Seeventile: Alle schließen, die nicht gebraucht werden. Cockpitlenzer müssen offen bleiben, damit Regen und Schmelzwasser ablaufen können. • Gefährdete Durchbrüche regelmäßig prüfen, besonders wenn sich Eis bildet.
Eis im Hafen
Eis kann Rumpf und Gelcoat schädigen, besonders bei Wind, wenn Eisschollen am Rumpf reiben. In Häfen, die regelmäßig zufrieren, werden oft Eisfreihalteanlagen eingesetzt, die mit Luftblasen oder Strömung das Wasser um die Boote offen halten. Frag deinen Hafen, ob es so etwas gibt. Ohne Eisschutz ist das Winterlager an Land in solchen Häfen meist die sicherere Wahl.
Schnee
Nasser Schnee ist schwer. Auf Deck, Abdeckungen und Biminis kann er so viel Gewicht aufbauen, dass Relingsstützen verbiegen, Planen reißen oder Cockpitlenzer zufrieren und das Cockpit vollläuft. So beugst du vor: • Bimini und Sprayhood abbauen • Abdeckungen auf einem Gerüst so spannen, dass Schnee abrutschen kann • Nach starkem Schneefall das Deck freifegen • Cockpitlenzer frei halten
Regelmäßige Kontrolle
Ein Boot im Wasser braucht regelmäßige Besuche, mindestens alle zwei Wochen und nach jedem Sturm, starken Frost oder Schneefall. Prüfe Festmacher, Fender, Bilge, Batterie, Lenzpumpe, Abdeckung und Schnee auf Deck. Wenn du nicht selbst kommen kannst, vereinbare das mit einem Nachbarn oder dem Hafenmeister. Viele Häfen bieten gegen Gebühr eine Winterbetreuung an.
Unser Tipp
Lege eine Winter-Checkliste an und hänge sie gut sichtbar an Bord. Trage bei jedem Besuch Datum, Wasserstand in der Bilge, Batteriespannung und Besonderheiten ein. So erkennst du Veränderungen früh, und wer dich vertritt, weiß, worauf er achten muss.
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