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Wanten tauschen: wann und warum

Redaktion-29.10.2026

Edelstahl ermüdet unsichtbar. Nach wie vielen Jahren das stehende Gut erneuert werden sollte.

Worum es geht

Wanten und Stagen halten den Mast. Bricht eines davon, kann der Mast kommen, mit Gefahr für Boot und Crew. Das Tückische: Edelstahl ermüdet über die Jahre, ohne dass man es von außen immer sieht. Risse entstehen oft in den Pressungen und Endbeschlägen, wo der Draht in die Fittings übergeht. Dieser Beitrag erklärt, woran du Verschleiß erkennst, nach welcher Zeit das stehende Gut erneuert werden sollte und wie der Tausch abläuft.

Warum Edelstahl ermüdet

Stehendes Gut wird ständig wechselnd belastet: bei jeder Welle, jedem Windstoß, jeder Wende. Diese wechselnde Belastung lässt im Laufe der Zeit feine Risse entstehen, besonders an den Stellen, wo der Draht in die Endbeschläge gepresst ist. Dazu kommt Korrosion, besonders bei Salzwasser und Wärme. Das Ergebnis ist ein Bruch, der oft ohne Vorwarnung kommt.

Woran du Verschleiß erkennst

• Einzelne gebrochene Drähte, besonders am Übergang zum Endbeschlag • Haarrisse in Pressungen und Terminals, mit Lupe und gutem Licht • Rostverfärbungen, die aus Pressungen austreten • Verbogene oder ungleichmäßige Endbeschläge • Verschlissene Bolzen, Splinte und Püttinge • Wantenspanner, die schwer gehen oder Risse zeigen Ein Riggcheck durch einen Riggfachmann, auch mit Prüfung der oberen Beschläge am Mast, ist alle paar Jahre sinnvoll. Manche Prüfverfahren mit Farbeindringmitteln machen feine Risse sichtbar.

Wann tauschen?

Viele Riggbauer und Versicherer nennen als Orientierung etwa 10 bis 15 Jahre für Draht-Rigg auf Fahrtenbooten. Bei intensiver Nutzung, viel Hochsee, in warmen Revieren oder nach einer Ozeanüberquerung eher früher. Manche Versicherer verlangen nach einer bestimmten Zahl von Jahren einen Nachweis über einen Riggcheck oder einen Austausch. Prüf deine Police. Wer eine Langfahrt plant, tauscht das Rigg vorher, wenn es älter als einige Jahre ist oder sein Alter unbekannt ist.

Der Tausch

1. Mast legen oder im Kran stehend mit Hilfe der Fachleute arbeiten. 2. Alle Wanten und Stagen ausmessen, die Länge genau übertragen. 3. Neues stehendes Gut fertigen lassen, mit neuen Endbeschlägen. 4. Bolzen, Splinte und oft auch Wantenspanner erneuern. 5. Mastbeschläge, Saling und Püttinge prüfen. 6. Mast stellen und das Rigg trimmen, nach einigen Meilen nachspannen. Wird das Vorstag mit einer Rollanlage getauscht, wird die Anlage meist gleich mit geprüft und gewartet.

Kosten

Die Kosten hängen von Bootsgröße, Riggaufbau, Material und davon ab, ob der Mast gelegt werden muss. Für ein typisches Fahrtenboot liegen sie oft im Bereich von einigen tausend Euro, plus Kranen und Mastlegen. Hol Angebote bei Riggbauern ein und frag, was enthalten ist: Wantenspanner, Bolzen, Prüfung der Mastbeschläge, Einstellen.

Typische Fehler

• Nur auf Sicht prüfen: Risse in Pressungen sind oft unsichtbar. • Alter des Riggs unbekannt und trotzdem auf große Fahrt gehen. • Nur einzelne Wanten tauschen, die anderen sind genauso alt. • Splinte nicht abkleben: Sie reißen Segel und Haut auf.

Unser Tipp

Notiere das Datum des letzten Riggtauschs im Bordbuch und bewahre die Rechnung auf. Ein dokumentierter Riggtausch ist für Versicherer und Käufer wertvoll. Und schau bei jedem Mastlegen selbst mit Lupe auf die Pressungen. Du kennst dein Boot am besten.

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