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Leinen richtig auswählen

Redaktion-29.10.2026

Dyneema, Polyester oder Mischgewebe: Welches Tauwerk für Fall, Schot und Festmacher passt.

Worum es geht

Auf einer Segelyacht laufen viele hundert Meter Tauwerk: Fallen, Schoten, Strecker, Reffleinen, Festmacher. Jede Leine hat eine andere Aufgabe und braucht andere Eigenschaften. Eine Fall soll sich kaum dehnen, ein Festmacher soll Rucke abfangen, eine Schot soll gut in der Hand liegen. Wer das passende Tauwerk wählt, segelt besser, sicherer und spart auf Dauer Geld. Dieser Beitrag erklärt die Materialien und welche Leine wofür passt.

Die Materialien

• Polyester: Der Allrounder. Robust, UV-beständig, mit mäßiger Dehnung, gut zu greifen und bezahlbar. Für Schoten, Festmacher und viele Fallen auf Fahrtenyachten. • Polyamid (Nylon): Dehnt sich stark und fängt so Rucke ab. Ideal für Festmacher und Ankerleinen, ungeeignet für Fallen. • Hochmodulare Fasern (HMPE, auch unter Markennamen bekannt): Extrem fest und kaum dehnbar, leicht, aber empfindlich gegen Hitze und Reibung und teurer. Für Fallen, Strecker und stark belastete Leinen, oft als Kern mit Polyestermantel. • Polypropylen: Schwimmt, ist leicht und günstig, aber UV-empfindlich. Für Schwimmleinen am Rettungsring oder Schleppleinen fürs Dinghy.

Die Konstruktion

Die meisten modernen Leinen sind Kern-Mantel-Konstruktionen: Ein Kern trägt die Last, ein Mantel schützt ihn und sorgt für Griff. Gedrehtes Tauwerk aus drei Kardeelen ist günstiger, dehnt sich mehr und lässt sich leicht spleißen. Für Festmacher und Ankerleinen ist es weiterhin beliebt. Für Fallen und Schoten haben sich geflochtene Leinen durchgesetzt.

Welche Leine wofür?

• Fallen: geringe Dehnung, damit das Segel seine Form behält. Polyester mit vorgerecktem Kern oder ein Kern aus hochmodularer Faser. • Schoten: guter Griff, mäßige Dehnung, weicher Mantel. Polyester ist für Fahrtenyachten meist ideal. • Strecker und Reffleinen: geringe Dehnung und hohe Festigkeit. • Festmacher: Polyamid oder Polyester mit Ruckdämpfer, ausreichend dick und lang. • Ankerleine: Polyamid wegen der Dehnung, in Kombination mit einem Kettenvorlauf. • Schwimmleinen: Polypropylen.

Den richtigen Durchmesser

Der Durchmesser hängt von der Last und von den Beschlägen ab. Fallen und Schoten müssen in Blöcke, Stopper und Winschen passen. Zu dünne Leinen rutschen im Stopper, zu dicke laufen schwer. Für Festmacher gilt grob: je größer und schwerer das Boot, desto dicker. Prüfe die Angaben für Stopper und Blöcke, bevor du Tauwerk kaufst, und frag im Fachhandel nach Erfahrungswerten für deine Bootsgröße.

Pflege und Lebensdauer

• Leinen regelmäßig mit Süßwasser spülen, Salzkristalle scheuern die Fasern. • UV-Licht vermeiden: Fallen im Hafen ins Cockpit ziehen, Leinen nicht unnötig in der Sonne lassen. • Scheuerstellen schützen, etwa Festmacher an Klüsen und Kanten mit Scheuerschutz. • Leinen gelegentlich wenden, damit Belastungspunkte wechseln. • Regelmäßig prüfen: Ist der Mantel beschädigt, der Kern sichtbar oder die Leine steif und spröde, wird sie ersetzt.

Typische Fehler

• Festmacher aus Material mit geringer Dehnung: Das Boot ruckt, Klampen werden belastet. • Zu dünne Fallen im Stopper. • Leinen nie spülen. • Billiges Tauwerk für stark belastete Leinen.

Unser Tipp

Erneuere Leinen nicht alle auf einmal, sondern nach Zustand und Bedarf. Fang mit den Fallen und Festmachern an, sie sind am wichtigsten für die Sicherheit. Und lerne einfache Spleiße: Ein Augspleiß ist fester als ein Knoten und sieht besser aus.

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