Antifouling richtig auftragen
Schleifen, grundieren, streichen: Wie das Unterwasserschiff eine ganze Saison sauber bleibt.
Worum es geht
Bewuchs am Unterwasserschiff bremst das Boot, erhöht den Dieselverbrauch und kann Logge, Propeller und Seeventile beeinträchtigen. Antifouling ist ein Anstrich, der den Bewuchs verhindert oder verringert. Damit er eine ganze Saison hält, kommt es auf die richtige Farbe, die Vorbereitung und das Auftragen an. Dieser Beitrag zeigt dir, wie du vorgehst, und worauf du bei Umwelt und Gesundheit achten musst.
Die Arten von Antifouling
• Selbstpolierend (erodierend): Die Farbe trägt sich langsam ab und gibt dabei Wirkstoffe frei. Gut für Boote, die regelmäßig fahren. Schichten lassen sich übereinander auftragen. • Hart: Bleibt stehen, verträgt Reinigung und schnelle Fahrt. Gut für schnelle Boote und Boote, die oft trockenfallen oder gereinigt werden. • Biozidfrei: Glatte Beschichtungen, an denen Bewuchs schlecht haftet oder beim Fahren abfällt. Umweltfreundlicher, verlangt aber oft mehr Reinigung. Welches passt, hängt vom Revier, vom Salzgehalt, von der Nutzung und vom bisherigen Anstrich ab. Nicht jede Farbe ist mit jeder anderen verträglich. Frag beim Hersteller nach.
Regeln im Revier
In manchen Gewässern sind biozidhaltige Antifoulings eingeschränkt oder verboten, besonders in Binnengewässern. Informiere dich bei deinem Hafen und in der Hafenordnung, was erlaubt ist. Auch das Abschleifen und Abspritzen alter Farbe ist vielerorts nur auf Waschplätzen mit Auffangsystem erlaubt.
Vorbereitung
1. Unterwasserschiff nach dem Kranen gründlich mit Hochdruck abspritzen, solange der Bewuchs noch weich ist. 2. Alte Farbe prüfen: Haftet sie gut, reicht ein leichtes Anschleifen. Blättert sie ab, muss sie entfernt werden. 3. Anschleifen, vorzugsweise nass, damit kein giftiger Staub entsteht. Beim trockenen Schleifen ist Absaugung Pflicht. 4. Schutzausrüstung tragen: Schutzbrille, Atemschutz, Handschuhe, Einweganzug. 5. Wasserlinie abkleben, Anoden, Logge und Echolotgeber abdecken. 6. Untergrund entstauben und entfetten.
Auftragen
• Farbe gut aufrühren, damit sich die Wirkstoffe verteilen. • Verarbeitungstemperatur und Luftfeuchtigkeit nach Herstellerangabe beachten, meist nicht unter etwa 5 bis 10 Grad. • Mit Rolle oder Pinsel in der empfohlenen Schichtdicke auftragen, meist zwei Schichten. • Stark beanspruchte Stellen wie Bug, Wasserlinie und Ruderkante mit einer zusätzlichen Schicht. • Überstreichzeiten einhalten. • Das Boot nach Herstellerangabe innerhalb einer bestimmten Zeit ins Wasser bringen. Die Stellen unter den Bockstützen werden beim Kranen gestrichen, wenn das Boot im Gurt hängt.
Rechenbeispiel: Wie viel Farbe?
Die benetzte Fläche eines Unterwasserschiffs lässt sich grob schätzen mit: Länge der Wasserlinie mal (Breite plus Tiefgang) mal einem Faktor, der für Kielyachten oft bei etwa 0,75 bis 0,85 liegt. Für eine 10-Meter-Yacht mit 8,5 Meter Wasserlinie, 3,2 Meter Breite und 1,6 Meter Tiefgang ergibt das 8,5 mal 4,8 mal 0,75 bis 0,85, also rund 31 bis 35 Quadratmeter. Bei einer Ergiebigkeit von, je nach Produkt, etwa 8 bis 10 Quadratmetern pro Liter und zwei Schichten brauchst du rund 6 bis 9 Liter. Rechne mit dem Wert aus dem Datenblatt der Farbe.
Typische Fehler
• Farbe nicht verträglich mit dem alten Anstrich: Sie blättert ab. • Trocken schleifen ohne Schutz: Antifouling-Staub ist giftig. • Zu dünn aufgetragen: Der Schutz hält nicht die Saison. • Zu lange zwischen Anstrich und Einwassern. • Anoden überstrichen: Dann schützen sie nicht mehr.
Unser Tipp
Notiere dir nach jedem Anstrich Produkt, Farbton, Menge und Datum. So weißt du beim nächsten Mal, was verträglich ist, und kannst den Verbrauch planen. Und streich eine erste Schicht in einer anderen Farbe: Wenn sie durchscheint, weißt du, dass es Zeit für einen neuen Anstrich ist.
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