Dieselpest vorbeugen
Bakterien im Tank verstopfen Filter. Wie Additive, volle Tanks und Wasserabscheider helfen.
Worum es geht
Dieselpest ist der Sammelbegriff für Bakterien, Hefen und Pilze, die im Dieseltank wachsen. Sie leben an der Grenze zwischen Diesel und Wasser, bilden schleimige Beläge und dunkle Flocken, verstopfen Filter und können den Motor im ungünstigsten Moment stoppen. Boote sind besonders betroffen, weil der Diesel lange im Tank steht und Kondenswasser entsteht. Dieser Beitrag erklärt dir, wie Dieselpest entsteht, woran du sie erkennst und wie du vorbeugst.
Wie Dieselpest entsteht
Mikroorganismen brauchen Wasser zum Leben. Wasser kommt in den Tank durch Kondensation an den Tankwänden, durch undichte Tankdeckel und Entlüftungen, und manchmal schon beim Tanken. Der heutige Diesel enthält einen Anteil Biodiesel, der Wasser leichter aufnimmt und von Mikroorganismen besser verwertet werden kann. Lange Standzeiten und Wärme beschleunigen das Wachstum.
Woran du sie erkennst
• Dunkler, schleimiger Belag im Vorfilter oder Wasserabscheider • Schwarze Flocken oder trüber Diesel in einer Probe vom Tankboden • Häufig verstopfte Filter • Motor verliert Leistung, ruckelt oder geht aus, besonders bei Seegang, wenn Schmutz aufgewirbelt wird • Fauliger Geruch beim Öffnen des Tanks Eine Dieselprobe aus dem tiefsten Punkt des Tanks zeigt den Zustand am besten. Lass sie einige Zeit in einem Glas stehen und sieh nach, ob sich Wasser oder Schleim absetzen.
Vorbeugen in der Praxis
• Tank im Winter möglichst voll halten, damit wenig Luft und damit wenig Kondenswasser im Tank ist. • Einen Wasserabscheider vor dem Motor einbauen und regelmäßig entwässern. • Tankdeckel und Entlüftung auf Dichtigkeit prüfen. Dichtungen am Einfüllstutzen erneuern. • Nur an vertrauenswürdigen Tankstellen tanken, möglichst mit hohem Durchsatz. • Vorfilter mit Sichtglas einbauen, damit du Wasser und Schmutz früh siehst. • Den Diesel regelmäßig verbrauchen, damit er nicht jahrelang im Tank steht.
Additive richtig nutzen
Es gibt Biozide, die Mikroorganismen abtöten, und Additive, die Wasser binden oder den Diesel stabilisieren. Biozide helfen bei einem beginnenden Befall und vorbeugend vor dem Winterlager. Sie entfernen aber keine Beläge, die abgestorbene Biomasse bleibt im Tank und kann weiterhin Filter verstopfen. Halte dich genau an die Dosierung des Herstellers und beachte die Hinweise zu Umwelt und Gesundheit. Ein Additiv ersetzt keinen sauberen, trockenen Tank.
Wenn es schon passiert ist
1. Filter wechseln, Wasserabscheider entleeren, Ersatzfilter für die nächsten Stunden bereithalten. 2. Diesel am Tankboden absaugen, bis er sauber ist. 3. Bei starkem Befall den Tank öffnen und reinigen lassen. Viele Tanks haben dafür Inspektionsdeckel. 4. Den Diesel filtern oder entsorgen lassen. 5. Danach ein Biozid in der richtigen Dosierung zugeben und die Ursache für das Wasser suchen. Die Reinigung ist mühsam, aber nur so wirst du das Problem dauerhaft los.
Für unterwegs
Hab immer mehrere Ersatzfilter für Vorfilter und Feinfilter an Bord. Wenn der Motor bei Seegang ausgeht, ist ein verstopfter Filter die häufigste Ursache. Lerne, den Filter zu wechseln und die Dieselanlage zu entlüften. Ein Zwei-Filter-System, bei dem du im Betrieb umschalten kannst, ist auf Langfahrt eine große Erleichterung.
Unser Tipp
Nimm einmal im Jahr eine Dieselprobe vom Tankboden, am besten vor dem Winterlager. Ein Glas mit klarem Diesel ist beruhigend, ein Glas mit Schleim eine wertvolle Warnung, bevor der Motor ausgeht.
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