Besser schlafen an Bord
Matratzen, Leesegel und Belüftung: Was gegen unruhige Nächte und Kondenswasser hilft.
Worum es geht
Wer schlecht schläft, segelt schlecht. Müdigkeit macht unaufmerksam, gereizt und anfällig für Seekrankheit. An Bord stören viele Dinge den Schlaf: Bewegung des Bootes, Geräusche von Fallen und Wellen, Hitze, Kondenswasser, harte Matratzen und auf See die Wachen. Mit ein paar gezielten Verbesserungen schläfst du deutlich besser. Dieser Beitrag zeigt dir, was wirklich hilft.
Die richtige Koje
Im Hafen schläft man überall, auf See nicht. Die beste Seekoje liegt mittschiffs und tief im Boot, wo die Bewegungen am geringsten sind. Die Vorschiffskoje ist auf See oft unbrauchbar, weil der Bug am stärksten auf und ab geht. Achterkojen sind ruhiger, aber oft warm und eng. Eine Salonkoje mit Leesegel ist auf Überfahrten häufig der beste Platz. Plane die Kojenaufteilung vor dem Törn danach, wer wann schläft.
Leesegel und Kojensicherung
Ein Leesegel ist ein Stück Stoff, das an der offenen Seite der Koje gespannt wird und verhindert, dass du bei Krängung herausrollst. Es macht aus einer breiten Koje eine sichere Schlafmulde. Befestige es so, dass du es schnell lösen kannst, wenn du zur Wache musst. Alternativ helfen Kissen oder Polster, die du an die Seite klemmst, damit du nicht hin und her rutschst.
Matratze und Bettzeug
• Matratze: Viele Serienmatratzen sind zu dünn oder zu hart. Ein Topper aus Schaum oder ein maßgefertigter Matratzenaufbau macht einen großen Unterschied. • Belüftung unter der Matratze: Unter Matratzen bildet sich Kondenswasser, weil der warme Körper oben und das kalte Holz oder der Rumpf unten liegen. Ein Abstandsgewebe darunter lässt Luft zirkulieren und verhindert Schimmel. • Bettzeug: Schlafsäcke oder Bettdecken aus synthetischem Material, die auch feucht wärmen und schnell trocknen. Baumwollbettwäsche fühlt sich gut an, wird aber klamm. • Kissen: Ein eigenes Kissen von zu Hause ist oft das beste Mittel gegen fremde Nächte.
Kondenswasser und Feuchtigkeit
Kondenswasser entsteht, wenn warme, feuchte Luft auf kalte Flächen trifft: an Rumpf, Luken und unter Matratzen. Es macht Bettzeug klamm und fördert Schimmel. Dagegen hilft: • Lüften, auch nachts einen Spalt, besonders bei Kälte • Lüfter oder Solarlüfter in Luken • Isolierung an kalten Flächen • Nasses Ölzeug nicht in der Kabine trocknen • Morgens Matratzen anheben und auslüften
Ruhe an Bord
• Fallen vom Mast weg spannen, damit sie nicht klappern • Lose Gegenstände in Schränken sichern, damit nichts klappert • Festmacher mit Ruckdämpfern, damit das Boot nicht ruckt • Ohrstöpsel und Schlafmaske • Ein Ventilator in tropischen Revieren, der sparsam Luft bewegt Wer vor Anker liegt, profitiert von einer gut eingefahrenen Ankerkette mit Ankerkralle und Ruckdämpfer: weniger Rucken, weniger Geräusch.
Schlaf auf Überfahrten
Auf See gibt es keinen langen Nachtschlaf, sondern Schlafphasen zwischen den Wachen. Plane das Wachsystem so, dass jede Person mindestens einmal am Tag mehrere Stunden am Stück schlafen kann. Nutze jede Gelegenheit zum Ruhen, auch tagsüber. Vor der Wache kein Kaffee kurz vor dem Hinlegen und wenig helles Licht, damit der Körper schnell einschläft.
Typische Fehler
• In der Vorschiffskoje auf See schlafen wollen. • Matratze direkt auf kaltem Untergrund: Kondenswasser und Schimmel. • Klappernde Fallen ignorieren. • Wachsystem ohne echte Ruhephasen.
Unser Tipp
Investiere zuerst in die Koje, in der du am meisten schläfst: Topper, Abstandsgewebe darunter und ein gutes Kissen. Diese drei Dinge kosten überschaubar und verbessern den Schlaf mehr als alles andere. Und lass in der ersten Nacht nachts jemanden durch das Boot gehen und alles abstellen, was klappert.
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