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Wassermacher kaufen

Redaktion-29.10.2026

Leistung, Stromverbrauch und Wartung: Worauf es beim Kauf ankommt.

Worum es geht

Ein Wassermacher macht aus Meerwasser Trinkwasser. Für Langfahrtsegler ist er oft der Schritt in die Unabhängigkeit: keine Suche nach Wasserstellen, kein Schleppen von Kanistern, mehr Zeit vor Anker. Gleichzeitig ist er eine teure, stromhungrige und pflegebedürftige Anlage. Dieser Beitrag erklärt, wie ein Wassermacher funktioniert, wie du die passende Größe findest und worauf du beim Kauf und Betrieb achten musst.

So funktioniert es

Fast alle Wassermacher an Bord arbeiten mit Umkehrosmose: Meerwasser wird mit hohem Druck durch eine Membran gepresst, die Salz und die meisten Verunreinigungen zurückhält. Vor der Membran sitzen Vorfilter, die Sand, Plankton und Schwebstoffe abfangen. Das Salzwasser mit dem Rückstand fließt zurück ins Meer, das Süßwasser in den Tank. Wichtig: Die Membran ist empfindlich gegen Öl, Chlor und Schmutz.

Die Bauarten

• 12- oder 24-Volt-Anlagen: Laufen direkt aus der Bordbatterie, oft mit Energierückgewinnung. Sie liefern weniger Wasser pro Stunde, sind aber unabhängig vom Motor. • Motorbetriebene Anlagen: Die Hochdruckpumpe wird vom Bootsmotor angetrieben. Viel Wasser in kurzer Zeit, aber nur bei laufendem Motor. • 230-Volt-Anlagen: Für Boote mit Generator oder großer Inverter-Leistung. Hohe Leistung, hoher Strombedarf. • Tragbare Notfall-Entsalzer: Kleine Handpumpen für die Rettungsinsel, nicht für den Alltag.

Die richtige Größe finden

Rechne zuerst deinen Wasserbedarf: Trinken, Kochen, Abwasch, Duschen, Wäsche. Viele Crews kommen mit 10 bis 20 Litern pro Person und Tag aus, mit Duschen und Wäsche mehr. Dann prüfst du, wie viele Stunden die Anlage täglich laufen darf, ohne deine Energiebilanz zu sprengen. Die Leistung sollte so gewählt sein, dass du den Tagesbedarf in ein bis zwei Stunden erzeugst.

Rechenbeispiel

Vier Personen brauchen 15 Liter pro Kopf und Tag, also 60 Liter. Eine 12-Volt-Anlage, die in diesem Beispiel 30 Liter pro Stunde bei 12 Ampere Stromaufnahme liefert, muss zwei Stunden laufen. Das sind 24 Amperestunden aus der Batterie. Bei einer Solaranlage, die an einem guten Tag 60 bis 80 Amperestunden erzeugt, ist das gut machbar, an bewölkten Tagen wird es knapp. Mit einer motorbetriebenen Anlage ist der Bedarf in kürzerer Zeit gedeckt, aber nur, wenn der Motor ohnehin läuft. Prüfe die echten Werte des Modells, das du in Betracht ziehst.

Worauf du beim Kauf achten solltest

• Leistung und Stromverbrauch passend zur Energiebilanz • Platz: Pumpe, Membran und Filter brauchen Raum und guten Zugang • Geräusch: Manche Anlagen sind laut, das stört vor Anker • Wartung: Wie oft müssen Filter gewechselt werden, wie leicht ist die Membran zu bekommen? • Service und Ersatzteile in deinen Revieren • Einbau: Eigener Seewassereinlass, Abstand zu Toilette und Motorkühlung, Ablauf über Bord • Spülautomatik: Spült die Membran nach jedem Lauf mit Süßwasser und verlängert die Lebensdauer

Betrieb und Pflege

• Nicht im Hafen oder in trübem Wasser laufen lassen: Öl, Diesel und Schlamm beschädigen Filter und Membran. • Das erste Wasser nach dem Start verwerfen, bis die Salzwerte stimmen. Viele Anlagen haben ein Messgerät dafür. • Vorfilter regelmäßig prüfen und wechseln. • Bei Pausen von mehr als einigen Tagen die Membran mit Süßwasser spülen, bei langen Pausen konservieren. • Kein chlorhaltiges Wasser durch die Membran laufen lassen.

Typische Fehler

• Zu klein gekauft: Die Anlage läuft dann stundenlang. • Im Hafen produziert: Die Membran wird verschmutzt. • Konservieren vergessen: Eine trockene oder verkeimte Membran ist oft nicht mehr zu retten. • Nur auf den Wassermacher verlassen: Ein Notvorrat im Tank und in Kanistern bleibt Pflicht.

Unser Tipp

Kauf einen Wassermacher erst, wenn deine Energieversorgung steht. Ein Wassermacher ohne genug Solar oder Ladeleistung zwingt dich, den Motor laufen zu lassen. Und halte immer einen Vorrat an Trinkwasser, der für mehrere Tage reicht, falls die Anlage ausfällt.

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