Ölzeug für Küste und Hochsee
Welche Ausführung für welches Revier sinnvoll ist und was gutes Ölzeug ausmacht.
Worum es geht
Wer nass wird, friert, wird müde und macht Fehler. Gutes Ölzeug hält dich bei Regen, Gischt und Wind trocken und warm und ist damit Sicherheitsausrüstung. Die Auswahl ist groß: vom leichten Küstenanzug bis zum schweren Hochseeanzug, von günstig bis sehr teuer. Dieser Beitrag zeigt dir, welche Ausführung zu welchem Revier passt, worauf es bei Material und Schnitt ankommt und wie du dein Ölzeug pflegst.
Die Kategorien
• Inshore oder Binnen: Leicht, für Tagestörns bei mäßigem Wetter auf geschützten Gewässern. • Küste (Coastal): Der Allrounder für Ostsee, Nordsee und Mittelmeer, auch für mehrtägige Törns. Wasserdicht, atmungsaktiv, mit Kapuze und hohem Kragen. • Offshore: Für längere Schläge auf offener See, robuster, mit verstärkten Knien und Gesäß, besserem Kragen und Kapuze. • Ocean oder Hochsee: Für Langfahrt, Nachtwachen und schweres Wetter. Sehr robust, hoher Kragen, große Kapuze, oft mit Lifebelt-Durchführung und Signalfarben. Die Kategorien sind keine Normen, die Hersteller nutzen sie unterschiedlich. Vergleiche deshalb die Eigenschaften.
Worauf es ankommt
• Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität: Membranen lassen Wasserdampf nach außen, aber kein Wasser hinein. Atmungsaktivität ist wichtig, sonst wirst du von innen nass. • Kragen und Kapuze: Ein hoher, innen weich gefütterter Kragen schützt das Gesicht. Die Kapuze sollte sich verstellen lassen und mit dem Kopf drehen. • Bündchen: Doppelte Bündchen an Ärmeln halten Wasser draußen. • Taschen: Wärmende Handtaschen und eine wasserdichte Tasche für das Handfunkgerät. • Hose: Latzhose mit hohem Rücken, verstärkte Knie und Gesäß, Beinabschluss über den Stiefeln. • Sichtbarkeit: Signalfarben und Reflexstreifen an Kapuze und Schultern. • Passform: Genug Platz für warme Kleidung darunter und eine Rettungsweste darüber.
Welche Ausführung für wen?
• Wenn du hauptsächlich bei gutem Wetter tagsüber an der Küste segelst, dann Küstenausführung. • Wenn du regelmäßig Nachtfahrten, Überfahrten und raues Wetter in Nord- und Ostsee hast, dann Offshore. • Wenn du über Ozeane segelst oder in kalten Revieren, dann Hochseeausführung. • Wenn du in den Tropen segelst, reicht oft eine leichte Jacke gegen Regenschauer, warmes Ölzeug ist dort zu heiß.
Das Zwiebelsystem darunter
Ölzeug ist nur die äußere Schicht. Darunter trägst du Funktionsunterwäsche, die Schweiß nach außen leitet, und eine wärmende Mittelschicht aus Fleece oder synthetischer Isolierung. Baumwolle ist an Bord ungeeignet, weil sie nass kalt bleibt. Mit dem Zwiebelsystem passt du dich an Temperatur und Anstrengung an.
Pflege
Spül das Ölzeug nach dem Törn mit Süßwasser ab, besonders Reißverschlüsse und Bündchen. Lass es vollständig trocknen, bevor du es verstaust, am besten hängend. Wasch es gelegentlich nach Herstellerangabe mit einem speziellen Waschmittel und erneuere die wasserabweisende Imprägnierung. Wenn Wasser nicht mehr abperlt, sondern sich in den Stoff zieht, wird es Zeit.
Typische Fehler
• Zu enges Ölzeug: Keine Luft für warme Kleidung. • Ölzeug in die Stiefel stecken: Wasser läuft hinein. • Feucht verstauen: Schimmel und Geruch. • Am falschen Ende sparen: Wer friert, macht Fehler.
Unser Tipp
Probier Ölzeug im Laden mit Rettungsweste und dicker Kleidung darunter an, und mach dabei typische Bewegungen: hocken, nach oben greifen, Kapuze aufsetzen und den Kopf drehen. Erst dann merkst du, ob es an Bord wirklich passt.
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