Welcher Anker hält am besten?
Pflugschar, Delta, Rocna und Co.: Haltekraft in Sand, Schlick und Seegras.
Worum es geht
Der Anker ist deine Versicherung für ruhige Nächte. Ein guter Anker gräbt sich schnell ein, hält auch bei Winddrehung, setzt sich nach dem Umschwojen wieder und lässt sich sauber lösen. Doch welcher Anker hält am besten? Das hängt vom Ankergrund, vom Boot und vom Gewicht ab. Dieser Beitrag erklärt die gängigen Ankertypen, welcher Grund welchen Anker verlangt und wie du die passende Größe wählst.
Die gängigen Ankertypen
• Pflugscharanker: Ein Klassiker mit beweglichem Schaft, vielseitig in Sand und Schlick, braucht aber etwas Weg, um sich einzugraben. • Deltaanker: Eine Weiterentwicklung mit festem Schaft, greift schneller, gut in Sand und Schlick. • Moderne Anker mit Überrollbügel oder beschwertem Schaft: Sie richten sich beim Aufsetzen auf und greifen meist sofort. Viele Fahrtensegler schätzen sie, weil sie auf vielen Gründen gut halten. • Plattenanker: Große Flunken, sehr starke Haltekraft in Sand und weichem Schlick, aber oft unsicher beim Umschwojen und in Seegras. Leicht und gut als Zweitanker. • Klauenanker: Gut in vielen Gründen, besonders beliebt in Steinen und auf Fels, in weichem Schlick oft schwächer. Moderne Anker schneiden in Vergleichen oft gut ab. Wichtiger als der Name ist aber die passende Größe und die richtige Technik.
Welcher Grund für welchen Anker?
• Sand: Fast alle Anker halten gut. Moderne Anker graben sich schnell ein. • Weicher Schlick: Viel Fläche hilft, Plattenanker und Anker mit großen Flunken sind stark. • Harter Grund, Lehm: Moderne Anker mit scharfer Spitze und Gewicht dringen am besten ein. • Seegras: Schwierig, der Anker rutscht oft über das Gras. Ein schwerer Anker mit spitzer Schneide hilft. In vielen Revieren ist Ankern auf Seegras verboten. • Steine und Fels: Unsicher, der Anker kann sich verhaken oder rutschen. Klauenanker greifen hier oft, eine Trippleine hilft beim Lösen. In Revierführern und Seekarten steht oft, welcher Grund zu erwarten ist.
Die richtige Größe
Hersteller geben Größen nach Bootslänge und Verdrängung an. Viele erfahrene Fahrtensegler wählen eine Nummer größer als empfohlen, besonders für Langfahrt. Ein größerer Anker hält mehr und gibt Reserve bei Starkwind. Begrenzt wird die Größe durch Bugbeschlag, Ankerwinde und Gewicht im Bug. Prüfe, ob der Anker in die Bugrolle passt und sich sicher verstauen lässt.
Kette und Leine
Der beste Anker hält nur mit dem richtigen Geschirr: • Kette: Ihr Gewicht sorgt für einen flachen Zug am Anker. Viele Fahrtensegler haben 50 bis 80 Meter oder mehr. • Kette und Leine kombiniert: Leichter, aber die Leine scheuert an Fels und Korallen. • Steckregel: Als Faustregel mindestens das Drei- bis Fünffache der Wassertiefe bei reiner Kette, bei Leine mehr. Bei Starkwind deutlich mehr. • Ruckdämpfer: Eine Ankerkralle mit elastischer Leine nimmt Stöße auf und entlastet die Winde.
Richtig ankern
1. Grund und Platz wählen, Schwojkreis bedenken. 2. Gegen den Wind langsam aufstoppen, Anker fallen lassen, während das Boot langsam zurücktreibt. 3. Kette stecken, bis die gewünschte Länge erreicht ist. 4. Anker einfahren: Mit dem Motor rückwärts langsam steigern, bis das Boot fest steht. Landmarken peilen, ob es hält. 5. Ankeralarm einschalten. Prüfe nach Winddrehung, ob der Anker noch hält.
Typische Fehler
• Zu kleiner Anker. • Zu wenig Kette. • Anker nicht eingefahren. • Ohne Kenntnis des Grundes ankern.
Unser Tipp
Investiere lieber in einen guten, ausreichend großen Hauptanker als in Zubehör. Und hab einen Zweitanker mit eigener Kette oder Leine an Bord, zum Beispiel einen leichten Plattenanker. Er dient als Heckanker, als Ersatz und als Hilfe bei Starkwind.
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