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Ankerwinde warten

Redaktion-29.10.2026

Kettennuss, Kupplung, Motor: Was die Winde braucht, damit sie zuverlässig arbeitet.

Worum es geht

Die Ankerwinde ist einer der meistgenutzten und zugleich am meisten vernachlässigten Teile an Bord. Sie steht im Salzwasser, wird hoch belastet und arbeitet oft unter Zeitdruck. Fällt sie aus, wird Ankern zur Schwerstarbeit oder unmöglich, im schlimmsten Fall bekommst du den Anker nicht mehr hoch. Mit regelmäßiger Wartung bleibt sie zuverlässig. Dieser Beitrag zeigt dir, was die Winde braucht und wie du sie in Schuss hältst.

Die Bauteile

• Kettennuss: Das Zahnrad, das die Kette greift. Sie muss genau zur Kette passen. • Kupplung: Löst die Kettennuss, damit die Kette frei ausrauschen kann, oder kuppelt sie mit dem Antrieb. • Motor und Getriebe: Meist ein Elektromotor mit Getriebe, unter Deck oder in der Winde. • Spillkopf: Eine Trommel für Leinen, nicht bei allen Modellen. • Elektrik: Sicherung oder Schutzschalter, Relais oder Schaltkasten, Kabel und Fernbedienung. • Kettenabweiser und Kettenstopper.

Die Wartung im Jahreslauf

• Nach jedem Ankern: Kettennuss und Winde mit Süßwasser abspülen, wenn möglich. • Monatlich in der Saison: Sichtprüfung auf Korrosion, lose Schrauben und Verschleiß, Kabelverbindungen prüfen. • Einmal pro Saison: Kettennuss und Kupplung abbauen, reinigen und nach Herstellerangabe fetten. Verschleißteile wie Kupplungskonen prüfen. Getriebeöl prüfen oder wechseln, wenn vorgesehen. • Elektrik: Kontakte reinigen und mit Kontaktspray schützen, Relais und Sicherung prüfen. Lies das Handbuch deiner Winde, denn die Bauarten unterscheiden sich.

Kette und Kettennuss

Die Kettennuss muss genau zur Kette passen, sonst springt die Kette über oder verklemmt sich. Ketten mit gleicher Nenndicke können unterschiedliche Gliedmaße haben. Wenn du eine neue Kette kaufst, prüfe vorher die Passung mit der Kettennuss. Eine verschlissene, gerostete oder verdrehte Kette belastet die Winde. Markiere die Kette in festen Abständen, damit du weißt, wie viel gesteckt ist.

Elektrik richtig dimensioniert

Eine Ankerwinde zieht hohen Strom, oft mehrere hundert Watt bis über tausend Watt. Zu dünne Kabel führen zu Spannungsverlust, Hitze und schwacher Leistung. Die Kabel müssen nach Länge und Strom dimensioniert und gut abgesichert sein. Lass beim Ankeraufgehen den Motor laufen, damit die Lichtmaschine die Batterie stützt. Lange Laufzeiten am Stück überhitzen den Motor, deshalb Pausen einlegen.

Richtig bedienen

• Nie den Anker mit der Winde aus dem Grund brechen: Fahr mit dem Boot über den Anker und lass die Kette senkrecht stehen, dann holt die Winde nur das Gewicht. • Beim Ankern die Kette nicht nur auf der Winde lasten lassen: Einen Kettenstopper oder eine Ankerkralle mit Ruckdämpfer verwenden. • Finger und lose Kleidung weg von Kettennuss und Kette. • Die Fernbedienung so aufbewahren, dass sie nicht versehentlich ausgelöst wird.

Typische Fehler

• Winde als Festmacher: Die volle Last der Kette auf der Winde belastet Lager und Getriebe. • Kettennuss nie abbauen: Salz und Korrosion setzen sie fest. • Zu dünne Kabel. • Keine Notfall-Kurbel an Bord oder nie ausprobiert.

Unser Tipp

Probiere einmal im Hafen aus, den Anker mit der Notkurbel von Hand hochzuholen. Du lernst dabei, wie die Winde ohne Strom funktioniert, und merkst, ob die Kurbel passt. Wenn die Winde dann unterwegs ausfällt, weißt du genau, was zu tun ist.

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