Ankern in engen Buchten
Mit Landleine, Heckanker oder Ankerboje: Techniken, wenn wenig Platz zum Schwojen bleibt.
Worum es geht
In beliebten Buchten im Mittelmeer, in den Schären oder in kleinen Häfen ist oft kein Platz zum Schwojen. Wenn sich alle Boote im Kreis um ihren Anker drehen, kommen sie sich nahe, Ketten verhaken sich, und bei Winddrehung wird es eng. Mit Landleine, Heckanker oder Mooringboje liegst du dagegen fest an einem Platz. Dieser Beitrag zeigt dir die Techniken, wann sie passen und wie sie sicher funktionieren.
Mit Landleine festmachen
Das Boot liegt vor Buganker mit dem Heck zum Ufer und ist mit einer oder zwei Leinen an Land befestigt. So geht es: 1. Platz wählen, Tiefe am Ufer prüfen. 2. In ausreichendem Abstand zum Ufer den Buganker fallen lassen und rückwärts Richtung Ufer fahren, dabei Kette stecken. 3. Ein Crewmitglied bringt mit dem Dinghy oder schwimmend eine schwimmfähige Leine an Land und legt sie um einen Felsen, Baum oder einen Ring. 4. Leine an Bord dichtholen, Ankerkette nachholen, bis das Boot zwischen Anker und Ufer fest liegt. Die Landleine sollte lang genug sein, oft 50 bis 100 Meter, und auf einer Rolle am Heck griffbereit liegen.
Mit Heckanker
Bei einem Heckanker liegt das Boot zwischen zwei Ankern in einer Linie, etwa um es gegen Schwell auszurichten oder um wenig Platz zu brauchen. Meist wird zuerst der Buganker gesetzt, dann wird zurückgefahren und der Heckanker fallen gelassen, oder umgekehrt. Beide Anker werden dichtgeholt. Wichtig: Das Boot kann bei Winddrehung nicht mitdrehen und nimmt Wind dann von der Seite. Prüfe deshalb die Vorhersage für die Nacht.
Mit Mooring- oder Ankerboje
In vielen Revieren gibt es feste Bojen, an denen du festmachst, statt zu ankern. Sie schützen den Meeresboden und sparen Platz. Prüfe die Boje und ihre Leine, bevor du dich darauf verlässt, und mach mit einer eigenen Leine fest, am besten über beide Bugklampen. In manchen Buchten werden Bojen gegen Gebühr vergeben oder müssen vorher reserviert werden.
Wann welche Technik?
• Wenn die Bucht eng ist und am Ufer gute Festmachpunkte sind, dann Landleine. • Wenn Schwell in die Bucht läuft und du das Boot gegen die Welle ausrichten willst, dann Heckanker oder Landleine. • Wenn Bojen vorhanden und in gutem Zustand sind, dann Boje. • Wenn die Windvorhersage eine starke Drehung zeigt, ist ein freier Schwojplatz oder ein Hafen oft sicherer als eine feste Lage.
Sicherheit
• Prüfe die Windrichtung: Bei Landleine sollte der Wind nicht auf das Ufer stehen, sonst drückt er das Heck an die Felsen. • Halte Abstand zum Ufer, damit das Ruder und der Propeller frei bleiben. • Scheuerschutz an Leinen, die über Felsen laufen. • Plane, wie du schnell loskommst: Die Landleine sollte vom Boot aus lösbar sein, etwa als Leine, die um den Felsen und zurück an Bord läuft.
Typische Fehler
• Zu kurze Landleine. • Anker zu nah am Ufer gesetzt. • Wind auf das Ufer unterschätzt. • Fremde Ketten und Anker nicht beachtet.
Unser Tipp
Übe das Festmachen mit Landleine einmal in einer leeren Bucht bei ruhigem Wetter. Lege die Landleine auf einer Rolle am Heck bereit, so ist sie in Sekunden einsatzbereit. Wer das Manöver ruhig beherrscht, findet auch in vollen Buchten noch einen schönen Platz.
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